To-dos? Zu viel!

Kennt ihr das, dass ihr so viele Ideen und Pläne habt, dass ihr gar nicht wisst, was ihr als erstes angehen wollt? Ich habe das in regelmäßigen Abständen und es macht mich immer ganz kirre. Meine (selbstauferlegte) Aufgabenliste wird immer länger und der Terminkalender platzt aus allen Nähten. Ich habe Lust auf das alles (naja, fast…) und möchte am liebsten alles gleichzeitig starten. Es ist also nicht so, dass mir die Dinge nicht auch Spaß machen. Im Gegenteil. Aber irgendwann komme ich an den Punkt, an dem ich keine Kraft mehr habe. Das merke ich aber meist erst, wenn mir mein Körper eine Notpause auferlegt. Hallo Migräne! Hallo Erkältung!

Neues Zeitmanagement für meine To-dos

Ich habe neulich einen Selbsttest gemacht zum Thema Zeitmanagement. Das Ergebnis: ich bin ein kreativer Chaot mit Hang zum Unterstützersyndrom. Ja, das trifft es ziemlich gut. Schließlich heißt es dort, ich würde es lieben viele Dinge anzufangen und gleichzeitig zu bearbeiten, hätte jedoch Schwierigkeiten an einer Sache dranzubleiben. Durch meine Tendenz zum Unterstützer, wäre ich zudem sehr empathisch, würde mich mit Vorliebe für andere einsetzen und hätte Schwierigkeiten auch mal „Nein“ zu sagen. Treffer versenkt!

Klassisches Zeitmanagement funktioniert bei mir nicht, auch wenn ich ein riesiger Fan von To-do-Listen bin und es wirklich genieße Aufgaben abhaken zu können. Ich nutze dafür nun seit bestimmt fast vier Jahren die App Any.Do, die ich dank meines Handys immer griffbereit habe. Über 20.000 Aufgaben habe ich seitdem erledigt, sagt sie. Über 20.000!! Was sie allerdings nicht zählt, ist die Anzahl der Tage, um die ich manche Aufgaben verschiebe. Manches kommt da sicher auf zwei Monate. Der Durchschnitt liegt vermutlich bei vier Tagen.

Ja, ich weise die Aufgaben Tagen und Uhrzeiten zu um eine Erinnerung zu bekommen. Bei manchen Aufgaben ist das tatsächlich auch sinnvoll. Zum Beispiel, wenn ich daran denken muss mir Sportzeug einzupacken für den nächsten Tag oder ich noch fix Milch beim Edeka einkaufen muss. Die meiste Zeit ist mein kreativer Kopf aber schlichtweg überfordert, weil er immer frustriert Aufgaben verschieben muss und in den seltensten Fällen einmal alle To-dos abgearbeitet hat. Ich fühle mich dann unfähig und denke außerdem, dass ich mal wieder nichts geschafft habe. Außer mir selber Kopfschmerzen zu verursachen.

Zeitmanagement für Kreative To-dos Pic2 Zeitmanagement für Kreative Pic1

Mein Chaos ist okay

Als mir dieser besagte Test dann eröffnete, dass ich mit meinem Problem gar nicht so alleine bin, war ich sehr glücklich. Vor allem weil mir klar wurde, dass ich nicht schlecht bin, in dem WAS ich tue, sondern nur WIE ich es tue. Als kreativer Chaot liegt es mir einfach nicht Aufgaben strukturiert zu planen, Zeiten zuzuweisen und alles linear abzuarbeiten. Und das ist okay so. Ich habe einfach viel mehr Ideen, als ich in kurzer Zeit abarbeiten kann und da wären wir auch schon bei meinem nächsten Problem: ich will immer alles jetzt sofort. Geduld ist gar nicht meins.

Was ich also brauche ist ein losgelöster Aufgabenpool für alle Aufgaben, bei denen es absolut nicht wichtig ist, ob ich sie heute oder in zwei Wochen abarbeite. Dabei ist es wichtig, dass dieser Pool immer greifbar ist. Egal ob digital oder analog. Und da ich eigentlich ein sehr haptisch veranlagter Mensch bin, überlege ich, mir ein kleines Notizbuch zu schnappen und für meine neue Aufgabenerfassung zu nutzen. Ich möchte das ändern und werde euch von meinen Fortschritten berichten. Vielleicht ist ja auch der eine oder andere kreative Chaot unter euch.

Ein kleiner Anfang

Da ich mich schon seit einiger Zeit durch einige Podcasts höre und in Blogs lese, kann ich euch aber schon jetzt drei kleine Tipps mitgeben:

  1. Was du in weniger als zwei Minuten direkt erledigen kannst, das erledige auch sofort. Das hat auf einer Aufgabeliste nichts zu suchen.
  2. Starte den Tag idealerweise mit einer Aufgabe, die dir Spaß macht. Dann hast du etwas erledigt und nimmst die positive Energie der Aufgabe mit in den Tag.
  3. Gönne dir Ruhetage, an denen du absolut NICHTS erledigen musst. Genieße die Langeweile oder mache etwas, das dir Freude bereitet.

Mit neuem Elan und Wissen will ich die nächsten Wochen nutzen, um auf eine neue Art meine Aufgaben zu planen. Ich möchte öfter „Nein“ sagen, zu unnötigen Zeitfressern. Ich möchte mehr Dinge machen auf die ich Lust habe und ich will mir aktiver Ruhepausen gönnen. Ruhepausen, in denen ich nicht auf mein Smartphone starre. Ruhepausen in Form von Herbstspaziergängen und guten Bücher. Wer von euch macht mit?

Alles Liebe,
eure Anni

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