Eine Woche Lissabon – 10 Reisetipps für euren Urlaub

Oh, Lissabon. Portugals schöne Hauptstadt, die sich nicht entscheiden kann, ob sie noch eine traditionelle Hafenstadt oder doch eher eine moderne Metropole sein will. Wer nie ein Fan des Shabby Chic war, wird spätestens hier auf den Geschmack kommen. Lissabons Charme strahlt über abgeblätterte Wandfarbe, verrostete Eisengitter und verwahrloste Ruinen hinweg. Alles stimmt so, wie es ist. In sanftem Pastell und leuchtendem Blau.

Wie haben der Stadt im Herbst letzten Jahres einen Besuch abgestattet und uns gleich verliebt. Hier kommen wir wieder her und werden uns sicherlich auch noch andere Städte entlang der Küste Portugals ansehen. Das Wetter im Oktober war gut und nicht zu heiß. Wir konnten in unseren acht Tagen einiges von der Stadt sehen und trotzdem zwischendurch auch einfach mal einen halben Tag im Apartment bleiben und lesen. Für alle, die planen Lissabon auch einmal zu bereisen, kommen hier zehn Tipps für einen schönen Aufenthalt.

Lissabon SintraLissabon Seillift

Die Unterkunft – unser erstes Mal Airbnb

Nachdem ich damals bei meinem Urlaub in New York Pech mit meiner eigentlich geplanten ersten Airbnb-Wohnung hatte (sie wurde uns leider spontan storniert), wagte ich mit Lissabon einen neuen Versuch. Über einen Beitrag in einem anderen Blog bin ich auf unser Apartment aufmerksam geworden und ich bin so so happy über diesen Glücksgriff. Der Empfang war herzlich, das Apartment zwar klein, aber für die Zeit ausreichend und Preis und Lage waren einfach unschlagbar.

In der kleinen Küche konnten wir abends kochen und uns morgens Toast machen. So mussten wir nicht immer teuer essen gehen und hatten zudem ein wenig das Gefühl erahnen zu können, wie die Portugiesen in ihrer Hauptstadt eigentlich leben.

Lissabon AirBnB ApartmentLissabon AirBnB Apartment

Liebe geht durch den Magen

Ich würde euch gerne echte portugiesische Geheimtipps zeigen, ein tolles kleines Fischlokal am Hafen oder die traditionelle Bäckerei um die Ecke. Da ich aber mit meinen Allergien vieles nicht essen darf, sind es am Ende drei recht bekannte Läden geworden, die aber deshalb natürlich nicht weniger gutes Essen servierten. 😉

Wer auf ein klassisches „Hipster-Frühstück“ mit Avocado, pochierten Eiern und Smoothie steht, der ist im Nicolau Lisboa genau richtig. Retro-Flair, wirklich leckeres Frühstück und guter Kaffee locken allerdings auch jede Menge Einheimische und so solltet ihr entweder ein bisschen Wartezeit einplanen oder vorab reservieren. Wir hatten tatsächlich Glück und haben schon nach wenigen Minuten einen Tisch bekommen. Einen Versuch ist es Wert und ihr werdet von einer der zahlreichen Bedienungen auch direkt informiert wie lange ihr ungefähr warten müsst.

Lissabon Nicolau Lisboa

 

Noch ein Stück leckerer und vom Ambiente genauso schön sind die Stores der Fábrica Coffee Roasters. Wir waren in der Rua das Portas de Santo Antão 136. Hier gibt es leckere belegte Brote, Kuchen, Croissants und eine Auswahl verschiedenster Kaffeesorten und -arten. Hier versteht man wirklich was vom Kaffee zubereiten und die Bedienungen sind alle wahnsinnig nett und zuvorkommend, egal wie überfüllt der Laden auch gerade ist. Große Empfehlung!

An unserem Jahrestag sind wir stilecht Burger essen gegangen. In einem Laden, den mir eine Freundin empfohlen hat. Tausend Dank für den Tipp! Das waren wohl die leckersten Burger meines Lebens! Der Laden heißt To.B, mit dem schönen Untertitel „To burger or not to burger„. Das sagt vermutlich schon alles. Auch Cocktails und Pommes waren super und die Einrichtung wirklich schön. Die Portugiesen verstehen viel von Inneneinrichtung, das hat man wirklich oft gemerkt.

Lissabon ToB. BurgerLissabon Ponte 25 de Abril

Drei Dinge, die sich nicht lohnen

Mitten im Stadtzentrum steht der Elevador de Santa Justa. Ein Aufzug, der mit seiner imposanten Stahlkonstruktion sehr an den Eiffelturm erinnert. Die Schlange hier ist immer lang, denn der Ausblick von der Plattform oben soll sich wirklich lohnen. Dass man allerdings auch ohne teure Aufzugfahrt und lange Warteschlange auf die Plattform kommt, wissen die wenigsten. Dafür einfach rechts am Archäologischen Museum vorbei und über die Terasse des Bellalisa Elevador. Schon seid ihr da. Ohne Gedränge, ohne Eintritt, aber mit wunderschönem Ausblick.

Lissabon Elevador de Santa JustaLissabon Pasteis de BelemLissabon Torre de Belem

Wenn man erzählt, dass man nach Lissabon fährt, bekommt man immer diesen einen Tipp: Esst unbedingt Pastéis de Nata! Und wenn man dann danach sucht, stößt man unweigerlich auf die traditionelle Bäckerei in Belém, welche für ihre berühmten Pastéis de Belém weltbekannt ist. Angeblich die besten der ganzen Stadt. Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen. Schließlich geht es um Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung und leckerem Zimt-Topping.

Wir haben also die etwas weitere Strecke nach Belém mit dem Zug zurückgelegt, auch um uns das Torre de Belém (einen schönen, mittelalterlichen Turm auf einer Erhebung im Wasser) anzusehen. Die Bäckerei war, wie auch schon überall vorher zu lesen, extrem überfüllt, die Bedienung unfreundlich, aber die Pastéis wirklich lecker. Aber, auch die „normalen“ Pastéis de Nata, die man überall im Stadtzentrum bekommt sind lecker. Manche sogar tatsächlich noch besser. Deshalb überlegt euch, ob ihr den Weg machen und unbedingt in Belém welche kaufen wollt.

Zweiter wichtiger Hinweis, solltet ihr nach Belém fahren: Geht bitte nicht in den Botanischen Garten (Jardim Botânico Tropical). Wir dachten, es wäre eine nette Idee hier reinzugehen, die Pastéis zu essen und ein wenig spazieren zu gehen. Aber das man für diesen heruntergekommenen Garten Eintritt bezahlen muss, ist wirklich schon eine Frechheit. Das Gewächshaus ist zugewuchert und unbetretbar, das ganze Gelände wirklich überschaubar und die Wege schlecht gepflegt und nicht wirklich liebevoll bepflanzt. Wer Planten un Blomen (kostenlos!) in seiner Heimatstadt hat, der wird hier wirklich nicht glücklich.

Ein Ausflug nach Sintra

Mein nächster Tipp setzt vor allem eines voraus: verlasst auch mal die Stadt! Das geht mit dem Zug mindestens genauso gut wie mit einem Mietwagen. Zug fahren ist in Lissabon wirklich günstig und einfach. Wir haben keine Sekunde gedacht, dass wir ohne Auto in irgendeiner Form eingeschränkt wären. Ganz im Gegenteil.

In weniger als einer Stunde Fahrt kommt man z.B. vom Bahnhof Rossio nach Sintra. Ein Ausflug, der sich wirklich lohnt, auch wenn Sintra ein totaler Touristenmagnet ist. Wenn ihr gut zu Fuß seid, solltet ihr den Ort unbedingt selbst erkunden und auf die zahlreichen Busse und Taxen verzichten, die euch durch die Straßen führen. Dabei solltet ihr euch auf jeden Fall das Castelo dos Mouros ansehen. Die Ruine einer Burganlage liegt ganz oben in einem Wald. Man muss einige Treppen steigen und der Weg ist nicht ohne. Dafür werdet ihr mit einem unglaublichen Blick über die Landschaft belohnt. Hier hätte mich übrigens meine Höhenangst leider beinahe in die Knie gezwungen. Zum Glück hat mein Herzensmann mir geholfen und ich war unheimlich stolz auf mich, dass ich den Weg entlang der Mauer dann am Ende doch noch gemeistert habe.

Lissabon Castelo dos Mouros Lissabon Castelo dos Mouros

Kleiner Tipp für den Aufstieg: wenn ihr zu Fuß geht, dann geht an der Igreja de Santa Maria vorbei. Auch wenn es an manchen Stellen ausgeschildert ist, dass man auch andersherum den Berg hoch kann. Wir sind leider darauf reingefallen und waren dann an einer als lebensgefährlich ausgeschriebenen Stelle angelangt, von der aus wir dann dummerweise den kompletten Weg wieder zurück und andersherum hoch mussten. Das war wirklich kein Vergnügen.

Weitere Attraktion Sintras ist die Quinta da Regaleira. Ein imposantes Anwesen mit Palast, Kapelle, Grotten und unterirdischen Tunnelsystemen. Auch hierfür müsst ihr Eintritt bezahlen und es gibt Öffnungszeiten, die ihr beachten müsst. Aber auch dieser Besuch hat sich gelohnt. Wichtig zu wissen: Nehmt eine Taschenlampe mit oder habt euer Handy griffbereit, denn einige Treppen und Tunnel sind komplett unbeleuchtet und ohne Licht ist man ansonsten ein wenig aufgeschmissen.

Lissabon Sintra
Sintra

 

Zu guter Letzt…

Wenn man mich fragt, was der schönste Moment in unserem Urlaub war, dann war es dieser magische eine Sonnenuntergang, den wir mit einem Cocktail am Hafen von Lissabon erlebt haben. Schon auf dem Weg zum Wasser wurde die Stadt in ein magisches goldenes Licht getaucht. Wir sind am Wasser entlang spaziert und haben dann die letzten Sonnenstrahlen mit einer Mini-Caipi (zum Preis einer großen…) am Promenadenufer genossen. Es war wirklich unfassbar schön wie der Himmel von Minute zu Minute sein Farbspiel änderte. Von tiefem Rosa zu dunklem Blau.

Lissabon Hafen SonnenuntergangLissabon Hafen Sonnenuntergang

Ein letzter Tipp, der eigentlich gar kein richtiger ist. Verlauft euch! Es gibt so viele schöne Ecken in Lissabon und alles ist fußläufig wirklich gut zu erreichen. Alleine die zahlreichen Aussichtspunkte der Stadt (mit Miradouro betitelt) sind einen Besuch wert. Sie kosten in der Regel nichts, außer Speicherplatz auf eurer Kamera. Ich habe mir z.B. auch einen Spaß daraus gemacht, die zahlereichen unterschiedlichen Fliesen-Stile der Häuser zu fotografieren und werde damit eine Seite im Fotobuch befüllen. Ihr könnt auch einfach am Wasser entlang spazieren oder euch Viertel für Viertel die Stadt erlaufen. Manchmal macht man die schönsten Entdeckungen, wenn man nichts plant, sondern sich einfach treiben lässt.

Alles Liebe,
eure Anni

0 Comments
Sei der Erste, der einen Kommentar hinterlässt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *